Faster Everywhere – natürlich auch in Wilton, USA
Fotos von Roman Siromakha
Von Cannondales Heimat in die weite Welt: Reale Radsportler, realer Speed.
Von der Werkstatt zur WorldTour
Lunch Ride
Es ist Mittagszeit im grünen Wilton, Connecticut – der Heimat von Cannondale. Zwei Kollegen machen sich bereit, um in ihrer Mittagspause gemeinsam eine (mehr oder weniger) gemütliche Radtour zu unternehmen.
Will Gleason, Produktmanager in der Kategorie Rennräder, und Dr. Nathan Barry, Konstrukteur und Aerodynamikspezialist, klicken ihre Schuhe in die Pedale ein und starten mit einem Lächeln im Gesicht zu einer ihrer regelmäßigen Runden.
Abgesehen vom ungewöhnlich sonnigen Wetter ist das Besondere am heutigen Lunch Ride das Fahrrad, auf dem die Männer unterwegs sind. Denn an diesem Modell hat das Duo gemeinsam mit dem Team hier bei Cannondale fast drei Jahre lang intensiv gearbeitet und entwickelt. Das neue SuperSix EVO.
Da versteht es sich von selbst, dass das SuperSix bereits einen besonderen Platz im Herzen dieser Mittagspausen-Sportler einnimmt. Sie haben im Laufe der Zeit jede Weiterentwicklung, jede Modifikation und jede aerodynamische Verbesserung des Modells hautnah miterlebt.
Ausfahrten unter realen Bedingungen
Selbstverständlich sind viele der von Cannondale konzipierten und entwickelten Performance-Bikes letztendlich für Elite-Sportler auf Weltklasseniveau bestimmt. Profifahrerinnen und -fahrer, die höchste Ansprüche hinsichtlich marginaler Leistungssteigerungen und Innovationen stellen, um in ihrem Job bestmöglich zu performen und über sich hinauszuwachsen.
Aber was ist mit dem Rest von uns? Hobbyfahrer, die nicht bei der WorldTour antreten und wahrscheinlich einen ganz anderen Arbeits- und Trainingsalltag haben?
Nun, bei einem Fahrrad wie dem SuperSix basieren Geschwindigkeit, Handling und Performance tatsächlich vor allem auf den Erfahrungen praxisorientierter Fahrer, die es am besten kennen. Neben unzähligen Stunden im Windkanal und dem Feedback von Profifahrern sind diese intensiven, aber dennoch geselligen Mittagsrunden auch eine ideale Testumgebung für viele der wichtigsten Fahrräder von Cannondale.
Aber natürlich bringen diese beiden Radsportler auch ziemlich ambitionierte Leistungswerte aufs Pedal. Will ist ein Category 1 Rennradfahrer (die höchste Amateur-Leistungsklasse (Elite) im US-Straßenradsport unterhalb der Profis) und regelmäßig an der Spitze des Feldes in der US-amerikanischen Rennradszene zu finden, während Nathan auf eine erfolgreiche Karriere im Straßenradsport und Triathlon in Australien zurückblicken kann, wo er den Radsport mit seiner Doktorarbeit in Bereich Fahrrad-Aerodynamik kombinierte. Die beiden wissen also vom performance-orientierten Standpunkt aus, wovon sie sprechen.
Von Wilton in die ganze Welt
Das Arbeiten bei einem Unternehmen wie Cannondale, das den Geist des Radfahrens verkörpert, hat zweifellos einige Vorzüge. Einer davon ist, dass Radtouren während der Mittagspause ausdrücklich erwünscht sind. Zweifellos der Traum eines jeden begeisterten Radfahrers, oder?
Auf der heutigen Ausfahrt rollen die beiden über die Bahngleise, nicht weit entfernt von dem Bahnhof entfernt, nach dem das Unternehmen benannt wurde. Im Jahr 1971 spielte das kleine, rot gestrichene Cannondale Bahnhofsgebäude eine wichtige Rolle bei der Gründung eines winzigen Unternehmens im Dachgeschoss einer Konservenfabrik.
Was als Werkstatt für den Bau von Fahrradanhängern, Rucksäcken und Ausrüstung begann, entwickelte sich nach und nach zu einem Unternehmen, das sich auf Fahrräder spezialisierte. Und das hat sich seitdem nie wieder geändert.
Während die Branche damals noch überwiegend Fahrräder aus dünnem, nachgiebigem Stahl herstellte, experimentierten Joe Montgomery und sein Team bereits mit Aluminium als leichtere, steifere Alternative. Und die Radfahrer waren begeistert.
Diese Mentalität von „Was wäre, wenn ...“ und gesunde Neugierde wurden zum Geheimrezept für ein Unternehmen, das sich auch heute noch von denselben Werten inspirieren lässt und bahnbrechende Innovationen nach wie vor als seine wahre Berufung betrachtet.
Und obwohl Wilton nach wie vor die spirituelle und unternehmerische Heimat von Cannondale ist, haben das Unternehmen und das Team mittlerweile eine globalere Ausrichtung angenommen. Mit seinem Forschungs- und Entwicklungszentrum in Freiburg im Breisgau kann das Team beispielsweise weiterhin eine Vorreiterrolle in Sachen Innovation und Entwicklung einnehmen.
So lässt sich leicht erkennen, dass genau diese Art der neugierigen Zusammenarbeit, die damals bei Cannondale den Anfang machte, auch heute noch gilt und das Unternehmen prägt – wenn auch auf einer etwas globaleren Ebene als in der Werkstatt über der Konservenfabrik.