Gravelbike-Federung
Warum sie wichtig ist und wie sie dir und deinem Fahrerlebnis ein völlig neues Maß an Laufruhe verschaffen kann.
Moderne Gravelbikes sind bemerkenswerte Maschinen. Leicht, schnell und laufruhig, ermöglichen sie es dem Gravelbiker, auf völlig unterschiedlichem Terrain – von glattem Asphalt bis hin zu ruppigen Pfaden – überraschend hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Was mit leicht modifizierten Rennrädern, Cyclocross-Rädern oder Tourenrädern begann, hat sich zu einer Gattung äußerst leistungsfähiger Allround-Rennräder entwickelt, die so gut wie alles bewältigen können, was die Straße oder der Trail bereithält. Und mit den wachsenden Leistungen der Gravel-Bikes sind auch die Ansprüche und Erwartungen der Fahrer an ihr Renngerät gestiegen. Sie fordern mehr Speed, mehr Traktion und mehr Komfort, um immer längere, rauere und abwechslungsreichere Strecken zu bewältigen. Die logische Weiterentwicklung ist, genau wie bei Mountainbikes, der Einsatz einer Form von Federung.
In vielerlei Hinsicht ähnelt die Entwicklung der Gravelbikes jener der Mountainbikes. Ursprünglich aus Teilen anderer Fahrradtypen zusammengeschustert, entwickelten sich MTBs zu einer eigenen Kategorie mit eigenen Lösungen für ein besseres Fahrerlebnis, von denen die Federung die wichtigste ist. Anfangs als Nischentechnologie für Downhill oder „extremes“ Biken abgetan, galt eine Federung als zu schwer, zu kompliziert und für „normales“ Mountainbiken schlichtweg als unnötig. Doch schon ein paar Jahre später hatten sich die Vorteile der Federung zweifelsfrei in der Praxis bewährt. Nahezu alle Mountainbikes verfügen mittlerweile über zumindest eine Art der Federung, wodurch sie nicht nur schneller, laufruhiger und besser kontrollierbar sind, sondern auch viel mehr Fahrspaß bieten. Gravel-Bikes folgen dem gleichen Weg.
Das Raue und das Glatte
Zugegeben, beim Gedanken an gefederte Gravelbikes kommen einem Bilder von All-Mountain-Bikes in den Sinn. Große Dämpfer. Federung vorn und hinten. Set-ups zum Trail-Shredden.
Keine Sorge: In der Gravel-Welt ist die Federung subtiler und diskreter als die ihrer MTB-Verwandten. Eine Gravel-Federung ist nicht dafür ausgelegt, jedes Hindernis komplett wegzuschlucken. Stattdessen glättet sie die Bodenwelle, dämpft den Stoß und hält dich in deinem Tempo.
Cannondale hat bekanntlich viel Erfahrung mit Federungssystemen aller Art. Seit Jahrzehnten zeugen unsere Innovationen von unserer Bereitschaft, über den Tellerrand hinauszuschauen, um das Fahrerlebnis überall zu verbessern.
So erfolgte unser erster Vorstoß in den Bereich der „Gravel“-Bikes mit Stoßdämpfung bereits 1995 mit unseren „Silk Road“ Rennrädern. Diese sollten mit ihrer Miniversion unserer HeadShok Federgabel und dezenten 15 mm Federweg den Komfort und das Handling auf schlechten Straßenbelägen verbessern und wurden daher sehr bald von unserem Profiteam Saeco genutzt, um die brutalen Kopfsteinpflaster von Paris-Roubaix zu entschärfen. Machen wir jetzt einen großen Sprung vorwärts zum Beginn der Gravel-Ära: Auch in jener Phase waren wir mit dem Slate unserer Zeit wieder voraus. Das 2016er Cannondale Slate war eine bahnbrechende Konstruktion mit kleineren Laufrädern (650B) und einer Lefty Oliver Federgabel, die speziell fürs Gravelbiken entwickelt wurde. Es sorgte für großes Aufsehen und gewann Auszeichnungen, noch bevor “Gravelbikes” überhaupt als eigenständiges Genre galten!
Die Lefty kommt gerade recht
Das Slate ebnete den Weg (natürlich vor allem auf unbefestigten Wegen!) für weitere Innovationen der Konstrukteure bei Cannondale, als sich Gravelbiken immer mehr zu einer eigenen Disziplin entwickelte.
Die einseitige Lefty Oliver Federgabel, die erstmals am Slate zum Einsatz kam, wurde im Laufe der Jahre weiterentwickelt, neu gestaltet und überarbeitet, um das perfekte Gegenmittel gegen das Durchschütteln auf Schotter zu werden.
Anstatt einfach nur eine MTB-Federgabel zu verkleinern, wurde die Oliver von Grund auf für die Anforderungen des Gravelbikens entwickelt. Die Dämpfereinheit und die Luftfeder verhindern ungewolltes Wippen bei starkem Bremsen oder beim Kurbeln, reagieren aber feinfühlig auf Schläge und Vibrationen. Mit 40 mm Federweg bei der neuesten Generation glättet die leichte Lefty Oliver selbst die fiesesten Schlaglöcher, sodass Gravelbiker, schneller und sicherer fahren können, und zwar mit weniger Ermüdung und mehr Kontrolle.
Heute findest du die Oliver an ausgewählten Cannondale Topstone Modellen – unseren abenteuertauglichen Gravelbikes, mit denen du überall hinfahren und alles mitnehmen kannst.
KingPin Macher
Das Topstone glänzt übrigens mit einer weiteren Dämpfungs-Innovation, die es nur bei Cannondale gibt: KingPin.
Als leichte, einfache und effiziente Hinterbaufederung mit Drehachse im Sitzrohr, sorgt die KingPin zusammen mit clever konstruierten Carbonstrukturen dafür, dass Hinterbau und Sattelstütze des Topstone Carbon um bis zu 30 mm nachgeben können, um Stöße und Vibrationen zu absorbieren, ohne die Rahmensteifigkeit oder Effizienz zu schmälern. Im Gegensatz zu einer gefederten Sattelstütze ist die KingPin aktiv, egal ob du sitzt oder stehst, verbessert die Traktion, erhöht den Komfort und lässt dich länger schneller und härter fahren.
Da sie keine Einstellung und praktisch keine Wartung erfordert, gravelst du mit dieser einfachen, aber cleveren Federung besser und bequemer. Mit der KingPin schwebst du mit mehr Speed, mehr Komfort, mehr Kontrolle und weniger Ermüdung über holprige Passagen hinweg, während du kaum spürst, dass sie da ist. Alles fühlt sich ruhiger, schneller und leichter an.
Vorteile und (wenige) Nachteile
Der offensichtlichste und deutlichste Vorteil einer Federung zeigt sich, sobald du in ruppiges Gelände kommst: Komfort.
Gravelbiken ist eine ständige Anhäufung kleiner Stöße, Vibrationen und Rucke durch den Untergrund, über den du fährst. Wiederholte Stöße, die dich beim Graveln nach und nach zermürben können. Eine Federung reduziert jeden einzelnen Stoß und Schlag, wovon du auf Dauer erheblich profitierst.
Denn dank geringerer Ermüdung kannst du länger deine Leistung bringen und länger fahren. Wenn deine Arme und dein Körper nicht mehr als dein einziges Federungssystem fungieren, sparst du enorm viel Kraft. Du kannst längere Strecken bewältigen und mehrtägige Touren in Angriff nehmen, falls du bisher noch zu viel Respekt davor hattest.
Weniger offensichtlich ist das höhere Tempo. Auf schroffem Untergrund sorgt eine gut konstruierte Federung nicht nur für mehr Komfort, sondern macht dich auch schneller. Indem sie Schläge abfedert und den Laufrädern hilft, am Boden zu bleiben, bewegt sich die Masse aus Gravel-Bike und Fahrer gleichmäßiger. Ein Teil der Vorwärtsbewegung wird in eine ausgleichende Auf- und Abbewegung gewandelt, was weniger Energieverschwendung, mehr Kontrolle bei weniger Anstrengung und mehr Speed bedeutet.
Klar, wenn es bei dir viele ebene Strecken sowie haufenweise fein geschotterte Wege gibt und purer Speed dein Ziel ist, wäre sicherlich ein aerodynamisch optimierter Gravel-Renner ohne Federung wie das Cannondale SuperX die perfekte Wahl.
Naturgemäß hat auch ein gefedertes Bike ein paar Nachteile, die man vor einem Kauf bedenken sollte. Zum Beispiel etwas höhere Kosten sowie mehr Komplexität und bewegliche Teile, während du es vielleicht lieber einfach und wartungsarm hättest.
Aber das wichtigste Kriterium, das es zu beachten gilt, ist wahrscheinlich das höhere Gewicht. Obwohl moderne Federungssysteme bei Gravelbikes viel leichter sind als bei MTBs (das KingPin System des Topstone Carbon macht den Rahmen nicht einmal 150 g schwerer), bringen sie ein höheres Gesamtgewicht mit sich. Wenn du also ganz auf Rennen oder Klettern aus bist, solltest du das im Hinterkopf behalten. Aber vergiss nicht: Wo es hochgeht, geht‘s irgendwann auch wieder runter. Wenn auf der anderen Seite eine holprige, technische Abfahrt wartet, kannst du mit einer Federung oft mehr Zeit gutmachen, als du beim Anstieg verloren hast – und das mit weniger Ermüdung und weniger Angst vor Platten oder Stürzen. So viel dazu.
Ride on
Eines ist sicher: Gravelbiken ist immer vielfältiger geworden. Das Gleiche gilt für Gravelbikes.
Manche Radsportler bevorzugen nach wie vor einen leichten, steifen Gravel-Renner, bei dem es nur um Speed geht. Andere bevorzugen etwas Vielseitigeres, das besser für unbekannte Strecken geeignet ist, die sie beim nächsten Abenteuer erwarten, und wieder andere wünschen sich ein bisschen von beidem. Mit modernen Gravelbikes wie dem SuperX, Topstone Carbon und Topstone hast du die freie Wahl.
Und wenn dir eine innovativ konstruierte Federung hilft, länger und schneller zu fahren, mehr zu erkunden und deine Tour mit einem Lächeln im Gesicht zu beenden – was könnte es Besseres geben?
Denkst du über ein gefedertes Gravelrad nach, um das Gravelbiken noch mehr zu genießen? Schau dir unser Angebot an Gravelbikes mit den Systemen an, die wir in diesem Artikel besprochen haben, und erfahre noch mehr.
Und wenn du schon dabei bist, hör dir auch gleich die Erklärung des Radprofis Ted King an, welches Gravelbike er je nach Einsatzzweck auswählt.